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Sind vermögenswirksame Leistungen (VL) und ein Bausparvertrag sinnvoll?

Das Wesentliche zusammengefasst

Was sind vermögenswirksame Leistungen (VL)?

Man kann vermögenswirksame Leistungen als zusätzliches Geld vom Arbeitgeber verstehen. Dieses Geld muss 6 Jahre in ein Sparprodukt (Banksparplan, Fonds-Sparplan, Bausparvertrag, Riester-Vertrag) einbezahlt werden und dann ein Jahr lang ruhen. Falls der Arbeitnehmer vor den sieben Jahren an das Geld will, zahlt der Staat keine Arbeitnehmersparzulage. Zahlt der Arbeitgeber nicht die vollen 40 € in den Vertrag, kann man die Differenz privat aufstocken. Die Zahlung durch den Arbeitgeber ist jedoch freiwillig. Die Förderung vom Staat wird am Ende der sieben Jahre vom Finanzamt gewährt.

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Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind zusätzliche Zahlungen vom Arbeitgeber.

Was genau ist die Arbeitnehmersparzulage?

Die Arbeitnehmersparzulage ist eine staatlich gewährte Subvention zur Vermögensbildung der Arbeitnehmer, zusätzliche zu den vermögenswirksame Leistungen. Also Geldleistungen, die der Arbeitgeber für Arbeitnehmer mit geringen Einkommen anlegt. Je nach Sparform liegt die Obergrenze bei 17.900 € oder 20.000 € für Singles, für Ehepaare jeweils das Doppelte. Die Höhe der Arbeitnehmersparzulage ist abhängig vom Einkommen des Arbeitnehmers, sowie das Sparprodukt, in das die vermögenswirksamen Leistungen fließen. Selbstständige erhalten keine Arbeitnehmersparzulage.

Wie viel darf man verdienen, um Arbeitnehmersparzulage zu erhalten

Grundsätzlich werden Fonds-Sparpläne höher gefördert als Bausparverträge. Um in den Genuss der Arbeitnehmersparzulage zu kommen, darf das zu versteuernde Einkommen nicht höher sein als 17.900 €, bzw. 20.000 € pro Jahr. Bei Verheirateten ist es doppelt so hoch, also 35.800 €, bzw. 40.000 €. Das zu versteuernde Einkommen darf nicht mit dem Bruttogehalt verwechseln werden. Falls das Bruttogehalt über diesen Grenzen liegt, können noch eventuelle Kinderfreibeträge vom Brutto abgezogen werden und somit kommt man doch in den Genuss der Förderung.

 Zu versteuertes Einkommen maximalMaximale Einzahlung um maximale Förderung zu erhalten im Jahr/MonatMaximale Förderung pro Jahr
Fonds-Sparplan20.000 €400 €/33 €80 €
Bausparvertrag17.900 €470 €/39,2 €43 €

 Zu versteuertes Einkommen maximalMaximale Einzahlung um maximale Förderung zu erhalten im Jahr/MonatMaximale Förderung pro Jahr
Fonds-Sparplan40.000 €800 €/66 €160 €
Bausparvertrag38.500 €940 €/78,4 €86 € (beide Ehepartner müssen einen Vertrag haben)

Wie man sieht, wird der Fonds-Sparplan besser gefördert als der Bausparvertrag. Man muss weniger einzahlen, bekommt aber mehr Geld vom Staat.

Sind vermögenswirksame Leistungen (VL) und ein Bausparvertrag sinnvoll?

Sind vermögenswirksame Leistungen (VL) und ein Bausparvertrag sinnvoll? Sehr oft werden vermögenswirksame Leistungen in einen Bausparvertrag eingezahlt. Ein Bausparvertrag wird nur mit 9,0 % mit der Arbeitnehmersparzulage gefördert. Bei Eheleuten müssen sogar beide Partner einen Bausparvertrag abschließen um diese Förderung zu bekommen. Und das trotz der hohen Abschlussgebühren und der niedrigen Verzinsung von Bausparverträgen. Fonds- oder ETF-Sparpläne hingegen werden mit 20 % Arbeitnehmersparzulage subventioniert und es reicht ein Vertrag pro Ehepaar. Hier muss also weniger einzahlt werden bei mehr Förderung.

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VL in einem Bausparvertrag ist Geldvernichtung.

Ein scheinbar großes Verkaufsargument der Bausparkassen sind oft die staatlichen Förderungen. Verbraucherschutzorganisationen warnen jedoch seit Jahren vor Bausparverträgen, da sie sehr teuer, unflexibel und intransparent sind. Bausparverträge rentieren im Schnitt unter der Inflation. Speziell für gering verdienende Arbeitnehmer, welche oft in die Genuss von VL und Arbeitnehmersparzulage kommen, ist es sinnfrei, sechs Jahre in einen Vertrag einzuzahlen, welcher nach Abschlusskosten und Inflation an Wert verliert – trotz staatlicher Subvention. Langfristig sind Bausparverträge, mit und ohne staatliche Förderung, ein Minusgeschäft für den Kunden. Es gibt bedeutend bessere Alternativen.

Alternativen zum Bausparvertrag

Banksparplan

Beim Banksparplan bekommt man keine gesonderte staatliche Förderung, also Arbeitnehmersparzulage, für die eingezahlten Beiträge. Somit ist man auch nicht zeitlich gebunden.

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Banksparpläne sind keine wirkliche Alternative

Banksparpläne haben aber das gleiche Problem wie Bausparverträge. Sie rentierten unterhalb der Inflation und sind keine Lösung für einen langfristigen Vermögensaufbau und Geldanlage. Die Kosten sind hier zwar gering, aber es gibt so gut wie keine Zinsen. Außerdem bieten nur wenige Banken VL-Banksparpläne an. Langfristig sind Fonds- oder ETF-Sparpläne die bedeutend bessere Wahl.

Fonds-Sparplan oder ETF-Sparplan

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Fonds- und ETF-Sparpläne sind eine wirkliche Alternative zum Bausparvertrag.

Langfristig die sinnvollste Anlageform, um die vermögenswirksamen Leistungen mit oder ohne der Arbeitnehmersparzulage anzulegen, ist der Fonds-Sparplan oder ETF-Sparplan. Dieser hat wesentlich mehr Rendite und durch die langfristige Anlagedauer und die regelmäßigen Einzahlungen, können Kursschwankungen reduziert werden. Die Rendite ist langfristig über der Inflation und bei guten Anbietern bekommt man die Verkaufsgebühren erstattet, bzw. fallen erst gar nicht an.

Beispiel des Auszubildenden Berti

Berti ist 18 Jahre alt und beginnt eine Lehre als Mechatroniker. Sein Chef zahlt ihm 20,00 € vermögenswirksame Leistungen (VL) im Monat.

Berti bekommt 20 € vermögenswirksame Leistungen
Berti bekommt 20€ vermögenswirksame Leistungen von seinem Chef.

Berti erfährt von Arbeitskollegen, dass er Arbeitnehmersparzulage bekommen könnte, da er als Azubi noch relativ wenig verdient. Er informiert sich über die zwei gängigsten Sparformen im Bereich vermögenswirksame Leistungen und Arbeitnehmersparzulage: zum einen ein Bausparvertrag und zum anderen ein Fonds-Sparplan. Sein Ziel ist es die maximalen staatlichen Förderungen zu erhalten.

Berti hat gelesen, dass in seinem Fall er 20,00 € selbst von seinem Gehalt auch noch in einzahlen sollte, da er dadurch viele Förderungen bekommt.

Beim Bausparvertrag würde das folgendes bedeuten: Berti zahlt 20,00 € VL, sein Chef ebenfalls 20,00 €. VL-Verträge sollten immer 6 Jahre lang bespart werden, danach muss der Vertrag 1 Jahr lang ruhen. Erst dann bekommt man die staatlichen Förderungen. Bausparverträge werden zwar oft auf längere Zeiträume abgeschlossen, aber der Verständlichkeit halber macht Berti zweimal die gleiche Rechnung, also 6 Jahre einzahlen und ein Jahr lang ruhen lassen. Er will ja Äpfel mit Äpfel vergleichen.

Im Falle des Bausparvertrages bedeutet das: Berti muss privat jeden Monat 20,00 € in den Bauspar-VL-Vertrag einbezahlen, sein Chef ebenso. Dafür bekommt er die maximale Arbeitnehmersparzulage von 43,00 € für den Bausparvertrag. Zusätzlich hat er in diesem Fall noch Anspruch auf die staatliche Wohnungsbauprämie, da es sich hier um einen Bausparvertrag handelt. Da Berti aber selbst aus der eigenen Tasche nur 20,00 € in den Vertrag zahlt, bekommt er nur die Hälfte der Wohnungsbauprämie, nämlich 21,20 € pro Jahr (um die volle Wohnungsbauprämie von 45,06 € pro Jahr zu erhalten, müsste er 43,00 € im Monat selbst einzahlen und das kann sich Berti bei seinem Azubi Gehalt nicht leisten).

Im Fall der Alternative, des Fonds-Sparplans, bedeutet das: Berti zahlt ebenfalls jeden Monat 20,00 € aus der eigenen Tasche, sein Chef zahlt 20,00 € oben drauf. Für den Fonds-Sparplan bekommt er aber fast doppelt so viel Förderung in Form der Arbeitnehmersparzulage, nämlich 80,00 € pro Jahr. Die Wohnungsbauprämie erhält er für dieses Produkt nicht, das es sich ja hier um keinen Bausparvertrag handelt.

Berti vergleicht die Zahlen des VL-Bausparvertrages mit dem VL-Fonds-Sparplan anhand einer Tabelle und ist erstaunt über das Ergebnis, das nach 7 Jahren zu Buche steht.

Angebote zu Produkten für vermögenswirksame Leistungen im Vergleich

 Bausparvertrag mit 0,25% pro JahrFonds-Sparplan mit 6% pro Jahr
Das zahlt Berti selbst monatlich20 €20 €
Das zahlt der Chef von Berti monatlich20 €20 €
Das zahlt der Staat jährlich an Arbeitnehmersparzulage43 €80 €
Das zahlt der Staat jährlich an Wohnungsbauprämie21,20 €entfällt
Nach 7 Jahren von allen in den Vertrag eingezahlt3.330 €3.440 €
Guthaben nach 7 Jahren3.359,00 €4.224,00 €

Die Unterschiede fallen deutlich aus. Obwohl Berti und dessen Chef in beide Verträge die gleichen Summen einzahlen würden, entsteht nach den 7 Jahren beim Fonds-Sparplan mehr als 800 € mehr an Guthaben. Und das, obwohl Berti beim Bausparvertrag noch die Wohnungsbauprämie bekommt. Die Abschlussgebühr für den Bausparvertrag hat Berti noch gar nicht berücksichtigt, die Kontoführungsgebühren beim Bausparvertrag und beim VL-Fonds-Depot sind circa gleich (10 – 15 € pro Jahr). Kaufgebühren beim Fonds-Sparplan fallen bei fairen Anbietern im Internet sowieso weg. Da Berti beim Thema Geld Zahlen immer als das beste Kaufsargument hält, entscheidet er sich für den günstigen VL-Fonds-Sparplan, anstatt eines teuren VL-Bausparvertrages.

Praxistipp

Professor Money winkt
Unrentable VL-Verträge können einfach stillgelegt werden und die Beiträge im nächsten Monat können in eine sinnvollen Vertrag fließen.

Sind vermögenswirksame Leistungen (VL) und gespart in einem Bausparvertrag sinnvoll? Einen Bausparvertrag, in welchen aktuell vermögenswirksame Leistungen (VL) fließen, kann man jederzeit stilllegen und ruhen lassen. Die zukünftigen Beiträge der vermögenswirksamen Leistungen können im nächsten Monat einfach in einen anderen, rentableren Fonds-Sparplan einbezahlt werden. Dies muss man nur dem Chef oder der Personalabteilung mitteilen und ein entsprechender Antrag bei einem günstigen Fondsvermittler muss ausgefüllt werden. Der alte Bausparvertrag ruht bis zum 7 Jahr und das Guthaben wird dann ausbezahlt.

Der neue günstige Fonds-Sparplan läuft ab dem Eröffnungsdatum 6 Jahre lang und ruht dann auch entsprechend ein Jahr. Dieser Vertrag kann und sollte auch länger laufen als vorgeschrieben, um mittel- bis langfristig den Schnäppchen-Effekt voll auszunutzen.

Altersvorsorgewirksame Leistungen (AVWL)

Die Altersvorsorgewirksame Leistungen (AVWL) ist eine andere Art, vermögenswirksame Leistungen anzulegen ist oftmals Arbeitnehmern besonderer Branchen vorenthalten. So können beispielsweise Arbeitnehmer der Metall- und Elektroindustrie ihre vermögenswirksamen Leistungen in Verträge stecken, die der Altersvorsorge dienen, also länger laufen als 7 Jahre. Der Arbeitnehmer kann aber nicht selbst bestimmen, in welche Verträge das Geld fließt. In der Regel fließen diese Gelder in private oder betriebliche Altersvorsorge (Entgeltumwandlung). Dies hat den Vorteil, dass die Beiträge bei Einzahlung weder Steuern noch Sozialabgaben unterliegen. Auf diese VL kann der Arbeitnehmer aber keine Arbeitnehmersparzulage beantragen.

Professor Money präsentiert
Altersvorsorgewirksame Leistungen (AVWL) sind eine spezielle Form der VL

Diese vorab gesparten Steuern und Abgaben werden aber erhoben, sobald der Arbeitnehmer in Rente geht. Auf Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sogar mit dem vollen Beitragssatz.

Diese Art die VL anzulegen ist oft mit sehr hohen Kosten verbunden und wird daher nicht empfohlen. Wer kostengünstig und renditestark, mittel- bis langfristig die VL investieren will, sollte ein Fonds- oder ETF-Sparplan erwägen.

Einzelnachweise

Finanztip

ARD Plus Minus 2013

Wüstenrot