Wiki

Was ist die beste Geldanlage für Rentner?

Das Wesentliche zusammengefasst

Was ist die beste Geldanlage für Rentner? – Eine Versicherung wurde ausbezahlt, man hat geerbt oder es hat sich einfach über die Jahre Geld auf dem Konto angesammelt: 20.000 €, 50.000 €, 100.000 € oder 500.000 € oder noch viel mehr. Doch in Zeiten sehr hoher Inflation stellen sich viele Rentner die gleiche Frage: Wo ist mein Geld heute wirklich noch sicher und flexibel angelegt? Sparformen, die früher funktioniert haben, sind heute nicht mehr die beste Geldanlage für Rentner. Die Europäische Zentralbank hat den Zins fast zur Gänze abgeschafft, und dieser kommt nicht so schnell wieder. Zudem ist die Inflation erbarmungslos und frisst die mageren Zinsen bei klassischen Sparformen wie Sparbuch, Tages-/Festgeld sofort wieder auf.

Noch schlimmer: Durch die hohe Inflation verlieren Rentner jedes Jahr ein Vermögen; ein Ende ist nicht in Sicht. Die Inflation ist gekommen, um zu bleiben. Bei 100.000 € Kontoguthaben, einem Zins von 0 % p.a. und einer Inflation von 4 % p.a. gehen den Bankkunden immerhin jedes Jahr 4.000 € flöten. Das sind in 10 Jahren 40.000 €. Dafür kann man sich einen Mittelklassewagen kaufen. 

100.000 €2 % Inflation3 % Inflation4 % Inflation5 % Inflation6 % Inflation
nach 10 Jahren17.965 €25.591 €32.444 €38.609 €44.161 €
nach 20 Jahren32.703 €44.632 €54.361 €
62.311 €68.819 €
nach 30 Jahren44.793 €58.801 €69.168 €76.862 €82.589 €
nach 40 Jahren54.711 €69.344 €79.171 €85.795 €90.278 €

Was ist den meisten Rentnern wichtig bei der Geldanlage?

1. Sicherheit

Was ist die beste Geldanlage für Rentner? – Für die Mehrheit aller Rentner bedeutet Sicherheit, dass ihr Vermögen erhalten bleibt, langfristig nicht weniger wird oder komplett verloren geht, erst recht in Krisenzeiten. Darüber hinaus soll das Vermögen auch eine inflationsgesicherte Rendite abwerfen. Viele bunkern jedoch ihr Vermögen auf Girokonten oder Sparbüchern bei der Bank. Aber genau durch diese Sparformen ist die gewünschte Sicherheit nicht gewährleistet. Was viele nicht wissen, ist, das Geld auf Girokonten, Tages-, Festgeldern und Sparbüchern gehört der Bank. Die Kunden sind also nicht Eigentümer ihres eigenen Geldes. Im Falle einer Insolvenz der Bank, kann das Geld der Kunden voll in die Insolvenzmasse der Bank mit einfließen. Die Insolvenzverwalter der Bank haben also Zugriff darauf und dürfen die Kunden enteignen – und das zu 100 %. Dies wurde sogar vom Gesetzgeber legitimiert. 

1.1 Sind 100.000 € Kontoguthaben wirklich geschützt?

Es besteht der Irrglaube, dass 100.000 € pro Konto im Falle einer Insolvenz der Bank geschützt wären. Dies wird immer wieder von Politik und Banken propagiert, ist aber fraglich. Denn der private Sicherungsfonds deutscher Banken ist nur 60 Milliarden € groß. Auf deutschen Konten haben sicher aber mittlerweile mehr als 3.000 Milliarden € angesammelt. Wenn eine kleine Bank pleite geht, wird der Sicherungsfonds die Kontoguthaben bis zur Höhe von 100.000 € schützen können. Dies kommt immer wieder einmal vor. Um die Bevölkerung aber nicht zu verunsichern, wird darüber nicht wirklich ausführlich berichtet. Gehen mehrere Banken gleichzeitig unter (oder eine Großbank), wird dieser Einlagensicherungsfonds deutscher Banken die Kundenvermögen nicht mehr sichern können. 

Das prominenteste Beispiel in Europa war das Land Zypern im Jahr 2013. Mehrere große Banken wurden aufgrund von Spekulation insolvent, und die Kontoinhaber wurden mit ihrem Kontovermögen an der Pleite der Banken beteiligt. Hier mehr….

Der damalige Finanzminister Wolfgang Schäuble sagte in dieser Zeit, dass solche Szenarien auch jederzeit in Kontinentaleuropa passieren können. Dass dies nicht weit hergeholt ist, zeigt unser Nachbarland Österreich. Die vom Namen her konservative Bank ‚Raiffeisen Bank International’ (RBI) verspekulierte sich in Russland. Aufgrund des Einmarsches Russlands in die Ukraine geriet die RBI schnell in Schieflage. 

Eine Kettenreaktion auf den europäischen Bankensektor ist nicht auszuschließen, da auch italienische und französische Banken stark betroffen sind. Der österreichische Staat musste der RBI helfen, um eine Kettenreaktion auf andere Banken zu verhindern. Was eine europaweite Kettenreaktion im Bankensektor bedeutet, sah man sehr gut im Zuge der Finanzkrise 2008/2009, als Zug um Zug immer mehr Banken Staatshilfe beantragen mussten und Europa in deren schwerste Krise nach 1948 stürzte. 

Wer also heute den europäischen Banken nicht über den Weg traut, sollte es tunlichst vermeiden, zu viel Geld in den oben genannten Sparformen zu belassen – keiner weiß, was morgen passiert und wo der nächste Krisenherd entsteht. Bis dato waren im Fall der Fälle die normalen Sparer immer die großen Verlierer. 

1.2. Wo ist das Geld für Rentner wirklich sicher? 

Wahre Sicherheit, also der Schutz des Vermögens, im Falle einer Insolvenz von Banken, gibt es nur  im sogenannten Sondervermögen. Dieses muss, gesetzlich geregelt außerhalb der Bankbilanz, verwahrt werden und fließt somit im schlimmsten Falle nicht in die Insolvenzmasse der Bank mit ein. Die Kundengelder sind also nur hier wirklich geschützt. Zum Sondervermögen gehören unter anderem Aktien, Investmentfonds und ETFs. 

Die Zeiten des risikofreien Zinses sind vorbei und kommen so schnell nicht wieder. Eine positive Realverzinsung (Zins minus Inflation) gehört der Vergangenheit an. Wer also nicht jedes Jahr einen garantierten Verlust mit der Geldanlage machen will, muss umdenken. Das Vermögen sollte zum großen Teil im Sondervermögen geparkt werden. Dieses hat gewisse Schwankungen, die, je nach Anlagedauer und Schwankungsbereitschaft der Rentner, unterschiedlich ist. 

Tabelle: Sicherheit und Flexibilität einzelner Sparformen

 SicherheitFlexibiltätAnmerkung
Sparbuch/Girokonto/Tages-, FestgeldHöchst inflationsgefährdet Sehr flexibelKein Schutz vor Insolvenz der Bank
BargeldHöchst inflationsgefährdet Sehr flexibelKein Schutz bei Abschaffung des Bargeldes
Goldeher Inflationsschutzweniger flexibelMuss erst in Euro umgewandelt werden
Aktieneher InflationsschutzFlexibelTeilweise sehr hohes Risiko
Anleihen/RentenWenig Inflationsschutz FlexibelTeilweise hohes Risiko
Lebens-/RentenversicherungHöchst inflationsgefährdet Flexibel25% aller deutschen Lebensversicherer haben erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten

1.3 Die Lösung für Rentner: eine Mischung aus Allem

Da Menschen im Ruhestand tendenziell mehr auf Sicherheit fokussiert sind, ist hier ein konservatives Portfolio (Mischung aus mehreren, sicherheitsorientierten Investmentfonds und ETFs) in Betracht zu ziehen. Die Anleger können durch Festlegung ihres Anlegerprofils, schwankungsärmere Portfolios auswählen bei gleichzeitiger täglicher Verfügbarkeit ihres Geldes.  Voraussetzung für ein Portfolio ist ein Depot bei einer Depot-Bank, welches bei fast jeder Bank erhältlich ist. Mithilfe dieses Depots können dann entsprechende Wertpapiere gekauft werden, die in Summe dann ein Portfolio ergeben. Allerdings kommt es gerade in diesem Fall extrem auf die Auswahl, Zusammensetzung und die Betreuung an. Denn meistens wollen Rentner einen Ansprechpartner, falls sich Lebensumstände, die Auszahlungen oder sonstige Rahmenbedingungen verändern. 

Ein konservatives, inflationsgeschütztes Portfolio sollte immer aus mehreren, hochwertigen und  schwankungsarmen Wertpapieren bestehen. Rentner können sich ein solches Portfolio durchaus  selbst zusammenstellen. Voraussetzung dafür ist ein tiefer Einblick in die weltweiten Kapital- und Rentenmärkte, denn ein Portfolio im Rentenalter muss ständig überwacht werden, um auf schnelllebige, teilweise sehr risikoreiche Marktlagen reagieren zu können. 

Für Menschen im Ruhestand, die sich nicht tagtäglich mit Wirtschaft, Börse, Geo- und Geldpolitik auseinandersetzen wollen, gibt es auch vorgefertigte Lösungen. Diese sind preisgünstig und leicht zu erwerben. Je nach Schwankungsbereitschaft der Rentner, bestehen diese Portfolios aus hochwertigen Rentenfonds, Immobilienfonds und Gold. Um die Inflation auch nachhaltig überwinden zu können, werden in geringem Maße konservative Aktien von global agierenden Unternehmen beigemischt. 

Durch eine intelligente Überwachung dieser Zusammenstellung, kann die Inflation mittel- bis langfristig besiegt und auf etwaige Gefahren schnell reagiert werden. Die Schwankung hält sich somit in Grenzen, und die Rentner können gut schlafen. Das Vermögen ist im Sondervermögen vor einer Insolvenz der Depot-Bank im Sondervermögen geschützt, und es können – je nach Lust und Laune – einmalige oder monatliche Entnahmen vollzogen werden. 

2. Flexibilität

Was ist die beste Geldanlage für Rentner? – Einer überwältigenden Mehrheit der Rentner ist Flexibilität ebenso wichtig wie die Sicherheit bei der Geldanlage. Das Geld sollte jederzeit verfügbar sein für unterschiedlichste Ziele: Umbau des Eigenheims im Falle eines Pflegefalls, eine Weltreise, Geschenke für die Enkel, Unterstützung der der Kinder bei der Finanzierung eines Hauses oder die kurzfristige Rechnung beim Zahnarzt. Mit einem Depot und einem dazu passenden Tagesgeldkonto mit genügend Liquidität sind diese Ziele sichergestellt.

2.1. Wo ist das Vermögen inflationsgeschützt, aber trotzdem täglich verfügbar?

Die größte Flexibilität erhält man auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto. Hier ist es tagtäglich verfügbar und man kann darauf jederzeit zugreifen. Doch erst recht hier wird das Vermögen voll von der Inflation erfasst und ein jährlicher, garantierter Verlust ist unausweichlich. Diese Art, Geld zu verwahren, hat also mit Sicherheit nichts zu tun. 

Nur, wo können die Ruheständler die nötige Flexibilität aufrecht erhalten und zugleich das Vermögen vor der Inflation sicher schützen? 

Die Lösung ist so einfach wie banal: Ein hochwertiges Portfolio ist höchst flexibel, die Kunden können jederzeit Geld ein- oder auszahlen, oder das Depot zur Gänze auflösen. Mit einem intelligenten Auszahl-Plan aus einem hochwertigen Portfolio, bestehend aus guten Investmentfonds und ETFs, ist es realisierbar, sich automatisiert monatliche Renten auszahlen zu lassen. In den meisten Fällen ist dies sogar möglich, ohne dass das vorhandene Vermögen im Portfolio weniger wird. Viele Rentner bedienen sich dieses Programmes, um eine kümmerliche gesetzliche Rente aufzubessern. Auszahlungen sind innerhalb von wenigen Bankarbeitstagen auf dem hinterlegten Girokonto. Ein Auszahl-Plan ist höchst flexibel: Je Auszahlungen können jeden Monat sowohl erhöht, reduziert als auch sofort beendet werden. Auch einmalige Entnahmen aus dem Portfolio können jederzeit vollzogen werden. 

Pi-mal-Daumen kann aus einem Vermögen von 250.000 € rund 800-1.000 € monatlich aus dem Portofolio ausgezahlt werden, ohne dass das Vermögen im Depot signifikant weniger wird. Auch einmalige Auszahlungen aus dem Portfolio sind jederzeit möglich, falls größere Ausgaben der Ruheständler anstehen.  

Hier kann errechnet werden, wie viel Vermögen für eine monatliche Rente vonnöten ist. 

3. Verrentung über Versicherung: sicher & flexibel? 

Was ist die beste Geldanlage für Rentner? – Einige Rentner liebäugeln auch mit einer vermeintlich sicheren Option, der Sofortrente über eine Versicherung. Hierbei wird ein einmaliger Betrag bei einer Versicherung eingezahlt und dann sofort als monatliche, lebenslange Rente ausbezahlt. Die Höhe der jeweiligen Rente hängt von verschiedenen Faktoren ab. 

Jedoch ist diese Art der Rente weder sicher noch flexibel. Laut Verbraucherschutz sind mindestens in 25 % aller deutschen Versicherer in ernsthaften Schwierigkeiten. Aber, was passiert mit den Geldern der Kunden bei einer Insolvenz des Versicherers? Hier mehr….

Auch das Thema Flexibilität ist bei dieser Art der Geldanlage nicht gegeben. Einmal die monatliche Rente mit der Versicherung vereinbart, bleibt die Höhe der Rente für immer. Hier sind keinerlei einmalige Entnahmen erlaubt, auch eine Erhöhung der monatlichen Rente ist nicht möglich. In Zeiten einer hohen Inflation kann dies fatal für viele Rentner werden. Das Vermögen in einer Versicherung ist auch nicht vererbbar. Sobald die Ruheständler versterben, geht das Geld in der Versicherung ganz legal an die Versicherungsgesellschaft über. Die Erben gehen leer aus. Hier mehr zur Versicherungslösung….

 Fred’s Leibrente über die VersicherungSusi’s Auszahlplan über ein Depot bei 3% Rendite pro JahrSusi’s Auszahlplan über ein Depot bei 5% Rendite pro Jahr
Monatliche Rente300 €300 €300 €
Erhöhung der AuszahlungNeinJaJa
Einmalige, kurzfristige EntnahmenNieJaJa
Lebenslange GarantieJaNeinNein
Anpassung an InflationNeinJaJa
Kapital reicht wie lange?Bis Fred's Tod58 JahreEwig
Kapitalstock nach 30 JahrenNicht ersichtlich68.000 €186.500 €
Vererbbar?NeinJaJa