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Wie finde ich den besten Fonds für mich?

Das Wesentliche zusammengefasst

Wie finde ich den besten Fonds?

Wie finde ich den besten Fonds? Dies hängt zum großen Teil von der Neigung der Anleger ab. Prinzipiell kann man sagen, je länger der Anlagehorizont ist, des mehr Schwankung kann man eingehen. Je länger man also das Geld nicht braucht, desto schwankungsreicher darf ein Depot sein. Wenn Investoren also das Geld erst in 15 Jahren brauchen, ist es egal, ob das Fonds-Depot über die Jahre über 30% einbricht und sich dann wieder erholt. Das mit der Erholung ist aber so eine Sache, denn viele der zugelassenen aktiven Investmentfonds schlagen den Vergleichsindex nicht und brauchen viel zu lange, bis sie die alten Höchststände wieder erreicht haben.

Ur-Opa Otto
Viele gute Investmentfonds verlieren über Jahre Ihre Qualität

In Deutschland gibt es über 14.000 verschiedene Investmentfonds und ETFs, die zum Vertrieb zugelassen sind. Und nur einige wenige davon sind wirklich gut, bezogen auf die Schwankung und den Ertrag. Auch hat sich herausgestellt, dass sich die Qualitäten von Investmentfonds ändern können, zum Nachteil des Anlegers. Viele Investmentfonds, die anfangs sehr gut waren, haben ihre frühere Leuchtkraft verloren und sind deren Gebühren in keinem Fall mehr wert. Mehr zu diesem Thema hier.

Die Qualität von Fonds kann sich also ändern, aber auch die Anforderungen der Anleger. Bei einem Kleinkind bestehen andere Anforderungen an eine Geldanlage als für ein Ehepaar im Rentenalter.

Es gibt also nicht DEN richtigen Investmentfonds. Besser ist es, das Geld nicht in einen einzigen Investmentfonds zu investieren, sondern in eine breitgestreute Mischung (auch Portfolio genannt), bestehend aus verschiedenen Investmentfonds und ETFs. In diesem Portfolio können schlechte Fonds oder ETFs durch bessere ersetzt werden. Wenn sich die Anforderungen des Anlegers ändern, kann dies ebenfalls in der Portfoliostruktur schnell vollzogen werden. Bei günstigen und fairen Anbietern ist so etwas zu sehr geringen Kosten möglich.

Welche Arten von Fonds gibt es?

Aktienfonds

Reine Aktienfonds dürfen nur ausschließlich in Aktien investieren und haben oft nur einen Teil des Anlegergeldes auf dem Tagesgeld. Dementsprechend hat diese Art des Fonds auch die höchste Schwankungsbreite. Die Anleger dieses Fondstyps erwerben also mit einem Fondsanteil automatisch auf einen Schlag eine Vielzahl von Aktien, zum Beispiel Aktien aus dem deutschen Aktienindex DAX. Risiken, wie beispielsweise die Risiken der Schwankung, werden so über viele unterschiedliche Aktien gestreut.

Anleihefonds/Rentenfonds

Wie der Name schon sagt, befinden sich in diesem Fondstyp Renten. Also  vor allem Anleihen, vornehmlich Staats- und Unternehmensanleihen und andere festverzinsliche Wertpapiere.

Was ist eine Anleihe?

Es gibt diverse Bezeichnungen für Anleihen: Schatzbriefe, Obligationen, Rentenpapiere, engl.: bonds, uvm.

Staatsanleihe: Wenn Du einem Staat auf eine bestimmte Zeit Geld leihst, verspricht Dir der Staat das geliehene Geld plus Zinsen zurückzuzahlen. Je höher die Sicherheit, dass der Staat das Geld auch wirklich zurückzahlt, desto geringer ist auch der Zins, den dir der Staat für dein ausgeliehenes Geld gibt.

Unternehmensanleihe: Wenn Du einem Unternehmen auf bestimmte Zeit Geld leihst, verspricht Dir das Unternehmen das geliehene Geld plus Zinsen zurückzuzahlen. Je höher die Sicherheit, dass das Unternehmen das Geld auch wirklich zurückzahlt, desto geringer ist auch der Zins, den dir das Unternehmen für dein ausgeliehenes Geld gibt.

Anleihen hatten in der Vergangenheit geringere Schwankungen als Aktien. Aus diesem Grund hatten auch Rentenfonds auf lange Sicht weniger Schwankungen als Aktienfonds, aber auch weniger Erträge. Da der Zins im aktuellen Geldsystem nicht mehr steigen kann, wird es für reine Rentenfonds immer schwieriger bis fast unmöglich, sinnvolle Renditen zu erzielen. Aber auch hier gibt es einige Ausnahmen.

Mischfonds

Bei Mischfonds kann man, wie der Name schon sagt, in viele verschiedene Anlageklassen investieren: In Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe usw. Je nach Wunsch gibt es sehr offensive, sehr defensive oder moderate Mischfonds. Wobei „offensiv“ mehr Schwankungen und höhere Ertragschancen und „defensiv“ weniger Schwankungen und niedrigere Ertragschancen bedeutet.

Immobilienfonds

Professor Money vor Immobilie
offene Immobilienfonds können Teil eines guten Portfolios sein

Das Fondsmanagement kauft vom Geld der Anleger verschiedene Immobilien, oft in verschiedenen Regionen und Ländern. Bevorzugt handelt es sich dabei um Gewerbeimmobilien, wie etwa Bürogebäude und Shoppingcenter. Die Erträge setzen sich aus den Mieteinnahmen und Wertsteigerungen der Immobilien zusammen.

Will der Anleger seine Immobilienfonds-Anteile verkaufen, müssen bei Immobilienfonds, anders als bei allen anderen Arten von Investmentfonds, bestimmte Fristen eingehalten werden. Diese Fristen sind von Investmentgesellschaft zu Investmentgesellschaft unterschiedlich.

Geldmarktfonds

Ein Geldmarktfonds legt das Geld der Anleger in verzinsliche Wertpapiere. Dies können unter anderem kurzlaufende, sichere Staatsanleihen sein. In der Regel haben Geldmarktfonds fast keine Schwankung, aber auch fast keinen Ertrag. Daher eignet sich diese Fondsart vor allem für Anleger, die Geld kurzfristig „parken“ möchten.

Nachhaltige Fonds

Die Auswahl der Anlagen bei nachhaltigen Fonds erfolgt nach festen ethischen, sozialen und ökologischen Kriterien. Diese Kriterien werden auch als ESG-Kriterien bezeichnet (engl.: ESG= Ecological, Social, Governance). Private Unternehmen dürfen Wertpapieren (Aktien, Anleihen, etc.) solche ESG-Zertifikate bescheinigen. Ein ESG-Fonds darf dann solche Wertpapiere für die Fondsanleger kaufen und handeln.