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Wie funktioniert die Auszahlung bei einem Fonds oder ETF?

Das Wesentliche zusammengefasst

Wie funktioniert die Auszahlung bei einem Fonds oder ETF?

Aus einem Fonds oder ETF kann man jederzeit Geld entnehmen.

Wie funktioniert die Auszahlung bei einem Fonds oder ETF? Eine teilweise oder komplette Entnahme des investierten Geldes aus einem Fonds oder ETF ist relativ einfach. Das Geld ist tagtäglich verfügbar. Man muss lediglich seinem Broker (Händler) den Auftrag erteilen, Fondsanteile zu verkaufen oder alle Fondsanteile zu verkaufen. Je nachdem bei welcher Lagerstelle der Fonds sind befindet, dauert die Veräußerung der Fondsanteile zwischen 0 und 3 Bankarbeitstagen, bis das Geld auf dem hinterlegten Girokonto des Kunden ist.

Wer einen sehr schwankungsreichen Fonds oder ETFs im Depot hält, kann – je nach Anlagedauer – mit Verlusten verkaufen. Denn wenn der Fonds oder ETF im Minus ist und das Geld unausweichlich benötigt wird, hat der Kunde das Nachsehen. Genau aus diesem Grund ist es förderlich, das Geld nicht nur in einem Fonds oder ETF zu stecken, sondern in einem Portfolio aus hervorragenden Fonds und guten, breit gestreuten ETFs zu investieren. Hier ist die Wahrscheinlichkeit – abhängig auch von der Anlagedauer – geringer, nach einer gewissen Zeit mit Verlusten zu verkaufen.

Bei geschlossenen Fonds ist das nicht möglich. Hier hat der Anleger eine Laufzeit zu erfüllen und erst dann ist es wahrscheinlich, dass der Anleger das Geld bekommt.

Was ist ein Investmentfonds?

Wie funktioniert die Auszahlung bei einem Fonds oder ETF?

Was ist überhaupt ein Investmentfonds? Eine Gruppe von Anlegern, zusammen mit großen Investoren, wie beispielsweise Versicherungen oder Pensionskassen, investieren entweder monatlich oder einmalig Geld in einen gemeinsamen Topf, den Fonds. Der Fonds ist eine eigenständige Kapital-Anlage-Gesellschaft, auch KAG genannt. Die Fondsgesellschaft beauftragt einen Fondsmanager, dieses Geld sicher und rentabel zu verwalten. Seine Aufgabe ist es, das Geld geschickt zu investieren. Hierzu hat er meist ein Team, das ihn bei der Recherche nach guten Anlagen unterstützt. Es gibt diverse Anlageklassen, in die er investieren kann. In welche er investieren darf, hängt vom Fondstyp und der Anlagestrategie ab.

Durch die Gemeinschaft der Fondsinvestoren steht mehr Kapital zur Verfügung. Damit können größere oder andere Investitionen getätigt werden, die in Summe für die Anleger günstiger zu haben sind. Die Gewinne aus diesen Investitionen werden fair geteilt: Jeder bekommt das Gleiche im Verhältnis zu seiner Einlage. Somit ist der Kleinanleger gleichgestellt mit den großen Geldgebern.

Jeder offene Investmentfonds wird europaweit von den Aufsichtsbehörden geprüft. Fondsmanager setzen sich selbst klare Spielregeln für jeden Fonds. Diese können z.B. sein, maximal 20% Aktienquote im Fonds zu haben oder ein Mindestmaß an Tagesgeld-Reserven zu halten. Diese Regeln sind im Verkaufsprospekt aufgeführt und werden rigoros durch die BaFin kontrolliert.

Die Erträge von Investmentfonds können entweder dem Anleger auf das Konto überwiesen werden (ausschüttend) oder die Erträge können für den Anleger wieder in den Fonds investiert werden (thesaurierend).

Wenn man natürlich viel Geld, Zeit und Erfahrung hat, könnte man auch selbst mittels Direktinvestments viel Geld verdienen. Man spart die Management-Kosten und muss die Gewinne nicht teilen.

Was ist ein ETF?

Professor Money
Fondsanleger gehören zu den Gewinnern

Wie funktioniert die Auszahlung bei einem Fonds oder ETF? Ein ETF (engl.: „Exchange Traded Fund”) ist ein börsengehandelter Investmentfonds, der die Wertentwicklung eines Index (Auflistung von Unternehmen), wie beispielsweise des DAX (40 größten deutschen Unternehmen), auflistet. Im Kern vereinen ETFs die Vorteile von Aktien und Investmentfonds in einem Produkt. Ein ETF ermöglicht es, mit einem einzigen Wertpapier kostengünstig in ganze Märkte zu investieren.

Neben Aktien kann mit ETFs auch in viele andere Anlageklassen investiert werden. Aufgrund dieser Vielfalt sind ETFs gute Bausteine für die private Geldanlage und Altersvorsorge. ETFs bilden einen Marktindex nach und können – wie die meisten Aktien auch – jederzeit an der Börse gehandelt werden. ETFs bieten diverse Vorteile: Sie sind kostengünstig, transparent, in der Regel breit diversifiziert, flexibel und jederzeit handelbar.

 

Wie werden Fonds und ETFs bei Auszahlung besteuert?

Professor Money mit Rechenschieber
Bei offenen Investmentfonds fallen wie bei allen anderen Sparformen auch, Steuern an.

Wie funktioniert die Auszahlung bei einem Fonds oder ETF? Bei Verkauf oder Auszahlung wird idR. die Abgeltungssteuer fällig. Auf Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne bei Investmentfonds, ist seit 2009 die Abgeltungssteuer fällig. Für den Anleger bedeutet das: 25 % Kapitalerstragssteuer plus Kirchensteuer. Wenn Du also mit einem Fonds 100€ Gewinn gemacht hast und diesen verkaufst oder umschichtest, zieht die Depot-Bank automatisch 25€ plus etwaige Kirchensteuer ab und es verbleiben dann 75€ Gewinn. Dies ist aber nicht nur bei Investmentfonds so, sondern auch bei allen anderen Geldanlagen auch, welche keine Laufzeit haben. Bei den meisten der bekannten Sparformen können aber keine zu versteuerten Gewinne anfallen, da es durch den ewig bleibenden Null-Zins keine Gewinne gibt.

Für den Anleger gilt aber ein Freibetrag von 801 Euro (1.602 Euro für Ehepaare). Wer mit Gewinnen aus Kapitalerträgen unter diesem freien Betrag bleibt, zahlt keine Steuern. Diesen Freibetrag kann man bei der jeweiligen Depot-Bank mit einem Freistellungsauftrag beantragen. Dieser Freibetrag kann auch auf mehrere Banken verteilt werden (Bank A erhält einen Freibetrag von 400€ und Bank B erhält einen Freibetrag von 401€). Sinnvoll ist es, den Freibetrag für ein Depot-Konto zu beantragen, denn nur hier werden wirklich auch Gewinne erwirtschaftet.

Abgeführt werden die Steuern durch die Depotbank. Es gibt auch keinen Bestandsschutz mehr. Auch bei Investmentfonds, die vor 2009 gekauft wurden, müssen die Erträge ab 2018 versteuert werden. Mehr zum Thema steuerfreie Fonds hier. 

Wie gebe ich meinen Besitz von Fonds oder ETFs bei der Steuer an?

Wie funktioniert die Auszahlung bei einem Fonds oder ETF? Die Depotbank oder der Broker (Händler) zieht die Abgeltungssteuer automatisch ab. Die Besitzer müssen also nichts Weiteres machen. Einmal jährlich sollte man aber die Steuerbescheinigung von der Depotbank über den Fondsbesitz ausdrucken (in einigen Fällen wird diese auch automatisch nach Hause verschickt) und mit dem Steuerordner an das Finanzamt schicken.