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Ist die Wohnungsbauprämie und Bausparvertrag sinnvoll?

Das Wesentliche zusammengefasst

Professor Money - Daumen nach unten
Mit den richtigen Sparprodukten braucht man die Wohnungsbauprämie, sowie den zugehörigen Bausparvertrag nicht.

Wie hoch ist die Wohnungsbauprämie?

Wenn man als Nicht verheiratete bis zu 25.600 € zu versteuertes Einkommen hat, kann man die Wohnungsbauprämie erhalten. Für Verheiratete gilt das Doppelte, also darf man als Paar bis zu 51.200 € verdienen um dann die Förderung zu erhalten. Das zu versteuernde Einkommen darf man nicht mit dem Bruttogehalt verwechseln. Falls man mit dem Bruttogehalt über diesen Grenzen liegt, kann man noch eventuelle noch Kinderfreibeträge vom Brutto abziehen und kommt somit doch in den Genuss der Förderung. Um die Förderung zu erhalten, muss man allerdings einen oder mehrere Bausparvertrag abschließen.

zu versteuerndes Einkommen = Bruttogehalt – Sachen die man von der Steuer absetzen kann

Das zu versteuernde Einkommen findet man ganz einfach auf dem Steuerbescheid.

 max Einkommen pro JahrEinzahlung max pro JahrFörderung max pro Jahr
Nicht verheiratete25.600 €512 €45,06 €
Verheiratete51.200 €1.024 €90,11 €

Für was darf man die Wohnungsbauprämie verwenden?

Die Wohnungsbauprämie darf nicht direkt auf das Konto überwiesen werden, sondern vielmehr überprüft die Bausparkasse anhand des Antrages, ob man förderfähig ist. Ausgezahlt wird die Prämie, wenn der Bausparvertrag „wohnwirtschaftlich“ verwendet wird. Hierzu zählt der Erwerb einer Immobilie oder Wohnung, sowie deren Umbau und Modernisierung.

Wohnwirtschaftliche Zwecke
Kauf einer Immobilie oder Wohnung
Tilgung von Immobilienkrediten
Kauf von Inneneinrichtung
Renovierung von Immobilien

Was wird durch die Wohnungsbauprämie gefördert?

In der Regel werden Bausparverträge und der Erwerb von Wohnrechten mit der Prämie gefördert. Außerdem wird der Kauf von Anteilen an Bau- und Wohnungsgenossenschaften oder die Beteiligung an Wohnungs- und Siedlungsunternehmen subventioniert.

Was wird nicht durch die Wohnungsbauprämie gefördert?

Die Wohnungsbauförderung gibt es nicht für Geld in Bausparverträgen, das der Arbeitgeber als vermögenswirksame Leistungen überwiesen hat und für das man bereits die Arbeitnehmersparzulage bekommen hat. Der selbst gezahlte Mindestbetrag für eine Förderung mit der Wohnungsbauprämie beträgt 50 € pro Jahr.

Ist ein Bausparvertrag mit Wohnungsbauprämie sinnvoll? – ein Beispiel

Fred geht zur Bausparkasse und informiert sich über die Wohnungsbauprämie. Die Argumente des Vertreters zu den staatlichen Förderung überzeugen Fred.

Fred hat einen Bausparvertrag
Fred schließt einen Bausparvertrag ab.

Er schließt einen Bausparvertrag ab, mit dem Ziel, in 15 Jahren ein Haus zu bauen. Es werden jedes Jahr 512 € einbezahlt, um die volle Wohnungsbauförderung von 45,06 € zu erhalten. Es werden also jedes Jahr 557 € in den Bausparvertrag einbezahlt (eigenes Geld + Wohnungsbauprämie). Der Bausparvertrag hat einen Guthabenzins von 1 % pro Jahr.

Susi hat einen Fonds-Sparplan
Susi schließt einen günstigen Fonds-Sparplan ab.

Susi hingegen eröffnet ein günstiges Fonds-Depot und zahlt jedes Jahr privat genauso viel ein wie Fred, bekommt aber keine Wohnungsbauförderung, es fließen also jedes Jahr weniger in den Vertrag. Das Fonds-Depot-Konto enthält konservative Investmentfonds und hat eine durchschnittliche Rendite von rund 6 %  pro Jahr.

 Fred's Bausparvertrag mit 0,25 % Zins pro JahrSusi's Fonds-Depot-Konto 6 % Rendite pro Jahr
Monatliche Eigenleistung43 €43 €
Wohnungsbauprämie pro Jahr45,06 €entfällt
Insgesamt einbezahlt (Eigenleistung und Prämie)8.416 €7.740 €
Nach 15 Jahre Guthaben8.576 €12.400 €
Gerundet, Wohnungsbauförderung wird jährlich gewährt und dann verzinst.

Professor Money zeigt auf
Die Wohnungsbauprämie ist nur eine Subvention der Bausparindustrie.

Obwohl über die Laufzeit von 15 Jahren in Freds Bausparvertrag mehr eingezahlt wurde (durch staatliche Wohnungsbauprämie), ergibt sich in diesem Beispiel ein Mehrgewinn von mehreren tausend Euro bei Susis Fonds-Depot. Die Abschlussgebühren für den Bausparvertrag sind hier noch gar nicht einberechnet. Die Abschlussgebühren bei seriösen und fairen Anbietern von Fonds oder ETF-Depots fallen in der Regel weg. Die staatliche Förderung des Bausparvertrages laufen ins nichts, da Abschlussgebühren und Inflation den staatlichen Gedanken ad-absurdum führen.

Laut Verbraucherschutzorganisationen ist die Wohnungsbauprämie nur eine versteckte Subvention der Bausparkassen. Die Wohnungsbauprämie gekoppelt mit Bausparverträgen war und ist ein Minusgeschäft für den Kunden.

Praxistipp

Trotz staatlicher Förderung der Bausparverträge, sind diese sehr unrentabel. Hohe Abschlussgebühren, sowie sehr niedrige Verzinsung machen diese Produkte unattraktiv. In den meisten Fällen lohnt es sich, den oder die Bausparverträge zu kündigen und auf die Wohnungsbauförderung einfach zu verzichten. Auf lange Sicht gesehen, fährt man mit einem günstigen und konservativen Fonds-Sparplan oder ETF-Sparplan bedeutend besser.

Einzelnachweise

Finanztip

ARD Plus Minus 2013.

Fetscher, S. Hilfe – wir sparen uns arm! FBV 2018.