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Wie viel Rente bekommt ein Beamter?

Das Wesentliche zusammengefasst

Reiner ist Beamter
Reiner ist Beamter und fragt sich, wie viel Pension er bekommt.

Grundformel für die Berechnung von Beamtenpensionen

Grundlage für die Pension von Beamten ist im Regelfall die Besoldungsgruppe, also das Gehalt welches der Beamte in den letzten zwei Jahren vor der Pension/Rente erhalten hat. Diese ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Beamte in Bayern können mehr oder weniger verdienen als beispielsweise Beamte in Bremen.

Pro geleisteten Dienstjahr erhält er der Beamte 1,79375 %, auch Steigerungssatz genannt, seines letzten Gehaltes an Pension.

Beispiel von Richter Rudi

Rudi Rastlos ist Beamter
Rudi war Richter von Beruf.

Wie viel Rente bekommt ein Beamter? Richter Rudi verdiente 7.000 € im Monat und war 35 Jahre lang beschäftigt. Jetzt geht er in Pension und will wissen, wie hoch diese für ihn ausfällt.

7000 € x 35 (Dienstjahre) = 245.000 €

245.000 € x 1,79375 % = 4394,50 €

Richter Rudi würde also 4.394,50 € monatlich an Pension bekommen. Davon muss er aber noch Steuern und Krankenversicherung abziehen.

Obergrenze für Beamtenpensionen

Es gibt eine prozentuale Obergrenze. Diese liegt bei 71,75 % der letzten Besoldung. Diese ist dann erreicht, wenn der Beamte auf 40 Dienstjahre zurückblicken kann.

Beispiel von Lehrerin Frieda (wie viel Rente bekommt ein Lehrer?)

Oma Frieda ist Rentnerin
Latein Lehrerin Frieda will in Rente gehen.

Wie viel Rente bekommt ein Beamter? Latein Lehrerin Frieda ist seit 40 Jahren an einem Gymnasium in Nürnberg beschäftigt. Sie will in Rente gehen und fragt sich nun, wie hoch ihre Pension ist, da sie die 40 Dienstjahre voll hat. Zuletzt verdiente Frieda 5.086 € im Monat (Besoldungsgruppe A13).

5.086 € x 40 (Dienstjahre) = 203.440 €

203.440 € x 1,79375 % = 3.650 €

Lehrerin Frieda würde also rund 3.650 € monatlich an Pension bekommen. Würde sie länger arbeiten wollen als die 40 Dienstjahre, würde sich ihre Pension nicht erhöhen. Von der Pension muss sie aber noch Steuern und Krankenversicherung abziehen. In der Regel ist es aber unwahrscheinlich, dass ein Lehrer oder eine Lehrerin am Ende auf 40 Dienstjahre kommt.

Abschläge bei vorgezogenem Ruhestand

Genau wie bei Rentnern in der gesetzlichen Rentenversicherung, sind es 0,3 % Abschlag für jeden Monat, vor dem Erreichen der Altersgrenze. Hochgerechnet auf zwei Jahre wären das 7,2 %. Die Regelaltersgrenze für Beamte wird seit 2012 schrittweise, genau wie bei den normalen Rentnern auch, auf 67 Jahre angehoben. Aktuell kann der Jahrgang 1953 mit 65 Jahren und sieben Monaten ohne Einbußen in Pension/Rente gehen. Für einige Berufsgruppen gelten besondere Altersgrenzen.

Wann können Polizisten in den Ruhestand gehen?

Beamte im Polizeidienst oder im Justizvollzug können mit 62 in Pension gehen, auf Antrag auch schon mit 60.

Professor Money springt
Polizisten können unter Umständen auch schon mit 60 in Rente gehen.

Wann können Soldaten in den Ruhestand gehen?

Berufssoldaten dürfen teilweise deutlich früher in Pension gehen, Piloten von Kampfjets beispielsweise schon mit 41 Jahren.

Versorgung der Hinterbliebenen von Beamten

Professor Money präsentiert
Auch Hinterbliebene von Beamten haben Anspruch auf Rente.

In der Regel bekommt ein Witwer/eine Witwe 55 % des Pension, auch Ruhegehalt genannt, das der verstorbene Partner bezogen hat. Aber es gibt viele Einzelvorschriften. Zum Beispiel bekommt der/die Hinterbliebene 60 %, wenn die Ehe vor 2002 geschlossen und einer der Partner vor 1962 geboren wurde. Auch Kinder von Verstorbenen Beamten und Beamtinnen haben Anrecht auf Waisenrente.

Wie hoch sind die Steuern auf Pensionen von Beamte?

Pensionen von Beamten werden genauso versteuert wie jedes andere Gehalt oder Rente auch. Es gibt aber einen Freibetrag und dazu einen Zuschlag, die nicht versteuert werden müssen. Wer beispielsweise 2018 pensioniert wurde, muss 19,2 % seiner jährlichen Pension oder Rente (höchstens aber 1.140 €) plus 432 € nicht versteuern. Freibetrag und Zuschlag werden aber Jahr für Jahr abgeschmolzen. Ab 2040 müssen Pensionen, wie normale Renten auch, voll versteuert werden.

Wie viel müssen Beamte in der Rente an Krankenversicherung bezahlen?

50 % bis 70 % der Kosten für Krankheiten werden vom Staat bezahlt. Diese Zahlungen werden auch Beihilfe genannt. Für den Rest braucht der pensionierte Beamte eine private Krankenversicherung. Wer vor der Verbeamtung gesetzlich krankenversichert war, kann dort auch auf freiwillig versichert bleiben.

Einzelnachweise

Augsburger Allgemeine